EU AI Act 2025 – Was B2B-Unternehmen jetzt konkret tun müssen

KI & Regulierung · 8 min Lesezeit

EU AI Act 2025 – Was B2B-Unternehmen jetzt konkret tun müssen

Das weltweit erste KI-Gesetz ist in Kraft. Die Verbote gelten bereits seit Februar 2025, die GPAI-Regeln ab August 2025. Wir erklären, welche Risikostufen es gibt, welche B2B-Unternehmen konkret betroffen sind – und was Sie jetzt tun müssen.

Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act (Verordnung EU 2024/1689) ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Seit August 2024 offiziell in Kraft, greifen die ersten Verbote bereits ab Februar 2025. Betroffen sind nicht nur KI-Anbieter – sondern alle Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder entwickeln. Auch im B2B-Bereich.

Die vier Risikostufen im Überblick

Stufe 1
Inakzeptables Risiko
Verboten seit Februar 2025 — bereits in Kraft
  • Social Scoring durch Behörden
  • Biometrische Echtzeit-Überwachung im öffentlichen Raum
  • Manipulative KI-Systeme, die das Unterbewusstsein ansprechen
Stufe 2 — Priorität
Hohes Risiko
Strenge Anforderungen ab August 2026
  • KI in HR-Prozessen (Bewerbungsscreening, Mitarbeiterbewertung)
  • Kreditvergabe & Bonitätsprüfung
  • Kritische Infrastruktur
  • Strafverfolgung
Stufe 3
Begrenztes Risiko
Transparenzpflichten
  • KI-Chatbots müssen als solche erkennbar sein
  • KI-generierte Texte, Bilder und Videos müssen gekennzeichnet werden
Stufe 4
Minimales Risiko
Keine Pflichten
  • Spam-Filter
  • KI-Empfehlungssysteme
  • Einfache Automatisierungen

Welche B2B-Unternehmen sind konkret betroffen?

Viele Mittelständler unterschätzen ihre eigene Betroffenheit. Dabei setzen bereits heute die meisten B2B-Unternehmen KI ein – oft ohne es explizit als „KI" zu bezeichnen.

  • Hohes Risiko Wer KI für Bewerbungsscreening oder Mitarbeiterbewertung einsetzt
  • Begrenzt Wer KI-Chatbots im Kundenservice betreibt (z.B. ThinkOwl, Zendesk AI) – Kennzeichnungspflicht
  • Hohes Risiko Wer Zahlungsausfälle oder Kreditrisiken per Algorithmus bewertet
  • GPAI Wer General Purpose AI (ChatGPT, Claude AI, Microsoft Copilot) für Geschäftsprozesse nutzt – GPAI-Regeln ab August 2025
  • Begrenzt Wer KI-generierte Inhalte für Marketing oder Kommunikation erstellt – Kennzeichnungspflicht

Die wichtigsten Fristen auf einen Blick

2. Februar 2025 ✓
Verbote bereits in Kraft. Inakzeptable Risiken sind verboten — Social Scoring, manipulative KI, biometrische Echtzeit-Überwachung.
2. August 2025
GPAI-Regeln gelten. Wer ChatGPT, Claude AI oder Microsoft Copilot im Unternehmen einsetzt, unterliegt ab jetzt den GPAI-Pflichten.
Februar 2026
Verhaltenskodex für Anbieter von General Purpose AI Modellen tritt in Kraft.
2. August 2026
Hochrisiko-Pflichten. Hochrisiko-KI-Systeme müssen alle Anforderungen erfüllen: Dokumentation, Transparenz, menschliche Aufsicht.
2. August 2027
KI-Systeme in regulierten Produkten (Medizinprodukte, Fahrzeuge, Maschinen) müssen vollständig konform sein.

Was jetzt konkret zu tun ist – eine Checkliste

  1. KI-Inventar erstellen
    Alle eingesetzten KI-Systeme und -Tools vollständig erfassen
  2. Risikoeinstufung vornehmen
    Für jedes System die passende Risikostufe bestimmen
  3. GPAI-Nutzung dokumentieren
    ChatGPT, Claude, Copilot & Co. im Unternehmenseinsatz erfassen
  4. Technische Dokumentation starten
    Zweck, Eingabedaten, Leistung, Grenzen jedes Systems dokumentieren
  5. Mitarbeiter sensibilisieren
    Wer nutzt welche KI-Tools wie und wofür?
  6. Compliance-Prozess aufsetzen
    Verantwortlichkeiten, Monitoring, Beschwerdemanagement definieren
  7. Zertifizierung prüfen
    EU AI Act Konformitätsbewertung für hochrisiko-relevante Systeme

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Als zertifizierter EU AI Act Partner in Spanien unterstützt EUCERTA Unternehmen durch den gesamten Compliance-Prozess – von der ersten Risikobewertung über die technische Dokumentation bis zur abschließenden Zertifizierung. EUCERTA ist spezialisiert auf B2B-Unternehmen in Spanien und der gesamten EU.

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Der EU AI Act ist kein Innovationshemmnis – er ist eine Chance für Unternehmen, die KI verantwortungsvoll einsetzen und das auch nachweisen können. Wer jetzt in Dokumentation und Compliance investiert, schafft Vertrauen bei Kunden, Partnern und Behörden. Und wer früh handelt, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern, die abwarten.

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